Begleitet uns durch den atemberaubenden Süden Montenegros


Somewhere in Montenegro

“Touristen wissen nicht, wo sie waren; Reisende wissen nicht, wohin sie gehen.“

- Paul Theroux




LET'S GO


Der Morgen des 13.02.2019:


Verschlafen, aber voller Vorfreude, sind wir zu unserer Lieblingsbäckerei, ein paar Häuserblocks weiter gelaufen, wo wir uns mit den Jungs getroffen haben. .


Denn die Jungs haben uns auf einen Roadtrip in den Süden mitgenommen. Mit allerlei für den Balkan typischen Gebäck im Gepäck und einem lebensnotwendigen Kaffee sind wir dann losgefahren. Einer der Jungs hat ein Auto, welches er nur zu gerne für den Roadtrip zur Verfügung gestellt hat. Direkt zu Beginn der Fahrt haben wir gelernt, wie in Montenegro getankt wird. Denn hier ist es üblich, dass die Mitarbeiter tanken während wir im Auto gewartet haben. Für viele ist das vermutlich keine neue Information, aber wir haben das bis dahin noch nicht gekannt.


Mit vollem Tank sind wir nach kurzer Zeit, auf die sich durch die Berge schlängelnde Autobahn, gelangt. Die Fenster unten, mit morgendlicher Sonne im Gesicht und frischer Bergluft haben wir die Fahrt genossen, während wir den Lieblingsliedern von den Jungs gelauscht haben. Das Lied “6 Days” von Mahmut Orhan und Colonel Bagshot ist zu unserem All-time-Favourite-Lied geworden. Im Laufe des Tages haben die beiden das Lied immer wieder anmachen müssen und noch heute bekommen wir das Grinsen nicht aus dem Gesicht, wenn das Lied in unserer Playlist erscheint.


DIE BESTE AUSSICHT

Wir verbinden mit dem Song, Montenegros atemberaubende Landschaften und außergewöhnliche Geschichten. Wie zum Beispiel das Mausoleum von dem berühmten Dichterfürsten Petar Njegoš an der Spitze des Jezerski Vrh. Hierbei handelt es sich um den höchstgelegenen Grabtempel der Welt. Alleine während der Autofahrt hat uns die Aussicht das ein oder andere Mal die Sprache verschlagen. Irgendwann haben wir überrascht festgestellt, wie hoch wir gefahren sind. 


Wir sind zu einem Aussichtspunkt, weit oben in den Bergen und direkt an der Straße, gelangt. Dort sollte ein Café entstehen, welches es inzwischen vermutlich schon gibt. Der Anblick, der sich uns geboten hat, hat uns Beiden das erste mal die Tränen in die Augen getrieben und das nicht vom beißend-kaltem Wind, sondern vielmehr wegen der unendlich schönen Landschaft.



Montenegro liegt euch dort oben im wahrsten Sinne des Wortes zu Füßen. Von hier aus seht ihr die Bucht Kotor, sowie die gleichnamige Stadt. Die Bucht erstreckt sich entlang der Landzunge Tivat und das Wasser ist kristallklar und fast schon unwirklich türkis-blau. Auf dem Weg nach Kotor, gibt es übrigens eine Straße, die sich einspurig und in engen Serpentinen nach unten windet. Hier sind wir sehr erleichtert gewesen, nicht selbst am Steuer zu sitzen. ;-)


KOTOR



Kotor ist eine alte mediterrane Handels- und Hafenstadt, die sich schmal an der Bucht entlang zieht. Bucht und Stadt sind umrahmt von Bergketten und eine der Tourismusregionen des Landes. Besonders bekannt ist die Stadt aufgrund ihrer historischen Altstadt, die sie zum Teil des Weltkultur-und Naturerbes gemacht hat. Dort bekommt ihr wunderschöne und teils handgefertigte Souvenirs. Die Altstadt umgibt eine viereinhalb kilometer lange Stadtmauer, welche ihr für 8 Euro Eintritt zu einem Aussichtspunkt hinauf laufen könnt. Das Herz der Altstadt ist der Hauptplatz. Dort findet ihr die Sankt Lukas Kirche, dessen Uhrturm im Renaissance-Stil das Wahrzeichen Kotors ist.  


Hier fängt die wunderschöne Stadtmauer an
Sankt Lukas Kirche im Herzen der Altstadt

Im Voraus haben die Jungs uns den besten Burger Montenegros versprochen und den haben wir auch bekommen. So sehr wir den Jungs vertraut haben, als wir vor einem heruntergekommenen Bistro namens Joey’s standen, haben wir einen misstrauischen Blick nicht verhindern können. Für einen unschlagbaren Preis für je 3,50 Euro haben wir einen Teller Pommes, eine Cola und einen riesigen Burger bekommen, der den Amerikanern Konkurrenz macht. Montenegro hat den Euro als Währung und ist das mit Abstand günstigste Land gewesen in dem wir waren.   

PERAST


Von Kotor aus haben wir noch einen kurzen Abstecher nach Perast gemacht. Die Kleinstadt gehört zur Gemeinde von Kotor und liegt unterhalb des Sankt Elias Berges. Perast bietet in all seinen Facetten ein Postkartenmotiv. Die Stadt ist schon von weitem ein Traum und steht einem Landschaftsgemälde mit seinen kleinen Gassen und Türmen in nichts nach. Besonders sehenswert sind die beiden kleinen Klosterinseln. Auf der natürlichen Insel Sankt Georg (Sveti Dorde) befindet sich das Benediktinerkloster St. Georg aus dem 12. Jahrhundert und der Friedhof. Die zweite Insel, Sankt Marien “Our Lady of the Rocks” (Gospa od Skrpjela), wurde künstlich geschaffen und beherbergt eine römisch-katholische Kirche. Von Perast sind wir dann mit vielen Stopps für Bilder weiter die Küstenstraße entlang zu unserem nächsten Halt gefahren.


Insel Sveti Dorde (links), Insel Gospa od Skrpjela (rechts)


SVETI STEFAN

Sveti Stefan ist eine luxuriöse Ferieninsel vor der Küste Budvas und hat den Flair vom ehemaligen Fischerdorf beibehalten. Diese Insel wird komplett von einem 5-Sterne-Ressort geführt und hatte unter anderem sogar Marilyn Monroe zu Besuch. Allerdings dürfen nur Hotelgäste diese Insel betreten. Schön anzusehen ist die Insel aber alle Male.


Und wer weiß, vielleicht dürfen wir uns auch einmal wie Marilyn Monroe beim nächsten Montenegro-Besuch fühlen.


BUDVA


Die sonnige Küstenstraße hat uns schließlich nach Budva geführt. Da wir von dieser Stadt schon viel Positives gehört haben, freuten wir uns besonders darauf. Der Badeort Budva ist eine der ältesten Orte an der Adria und war ursprünglich eine Insel. Als wir durch Budva gefahren sind, ist jedoch vor lauter Hotelkomplexen vom Badeort kaum mehr etwas zu sehen gewesen. Die Jungs haben uns dann erzählt, wie viel durch den Massentourismus zerstört worden ist. Die Strände dort sollen im Sommer überfüllt sein vor lauter Party und von Entspannung ist keine Rede. Als wir am anderen Ende Budvas angelangt sind, haben wir mit den Jungs übereingestimmt, dass dies so gar nicht zur Idylle Montenegros passt. Wer aber auf Mallorca-Urlaub steht und die Balearen nicht mehr sehen kann, der sollte eventuell Budva in Betracht ziehen.


SKADAR SEE


Da sich der Tag bereits dem Ende zugeneigt hat, sind wir nur durch Budva durchgefahren, um lieber noch den Skadar-See zu sehen. Der Skadar-See zwischen Montenegro und Albanien ist fast so groß wie der Bodensee und der größte See auf dem Balkan. Traumhafte Landschaften umgeben den Skadar-See und es gibt gefühlt an jeder Ecke etwas zu entdecken. Wie zum Beispiel viele kleine verfallene Hütten und wunderschöne Weinkeller, die von außen betrachtet schon ein absoluter Hingucker sind. Außerdem gibt es jede Menge einsame Buchten mit kleinen Booten, umrungen von einer prachtvollen Berglandschaft. Das Wasser ist glasklar und wir haben nur zu gerne mehr sehen wollen. Trotz Wintersonne und blauem Himmel ist es im Februar noch ziemlich kalt, auch wenn es sich nicht so angefühlt hat. Daher sind wir mit dem Sonnenuntergang zurück nach Podgorica gefahren.  




FAZIT & ERFAHRUNGSWERT


Montenegro hat unsere Vorstellungen weit übertroffen und bestätigt, was für eine unterschätzte Reiseregion der Balkan ist.


Wir haben unverhofft so viel gesehen und planen schon den nächsten Roadtrip. Dann aber hoch in den Norden, denn dort sollen die Landschaften noch viel schöner sein.


Liebst,








Next Stop: Albanien, Tirana



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