Sarajevo: Über bosnischen Kaffee, die Geschichte des Balkans und Begegnungen mit Reisenden

Last stop: Budapest, Ungarn


          Sarajevo, Bosnien und Herzegowina - Zeitraum: 04.02.2019-07.02.2019


"Traveling - it leaves you speechless, then turns you into a storyteller." 

- Ibn Battuta



ERSTER EINDRUCK


Der zweite Stopp auf unserer Reise ist Sarajevo. Für gerade einmal 10 Euro pro Person sind wir zunächst einmal zum Flughafen geflogen, welcher außerhalb der Stadt liegt. Gelandet sind wir bei Regen und schlechter Sicht auf dem kleinen Flughafengelände und haben automatisch zu den Handys gegriffen. Bei der Nachricht unseres Mobilfunkanbieters mit einer täglichen Gebühr für die Nutzung mobiler Daten ist uns beiden beinahe die Kinnlade herunter gefallen. Ob wegen der unerwarteten Kosten oder weil uns erst dann (!) aufgefallen ist, dass Bosnien und Herzegowina nicht zur EU gehört - sucht es euch aus. ;-)


Das Ganze hat uns dann aber doch vor eine Herausforderung gestellt, da wir uns immer auf Google Maps verlassen haben, um unsere Unterkunft oder in unserem Fall den nächsten Bus zu finden. Nach einiger Suche, haben wir neben einem halbwegs guten W-Lan auch die Freude an den Offline Funktionen von Maps gefunden. Von da an haben wir uns die Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Cafés in unseren Offline-Karten über Google Maps markiert. 

Nach unserem etwas holprigen Start, einem Lachflash und einer großzügigen Offline-Karte von Sarajevo sind wir endlich zum Bus gelaufen. Zu diesem geht es über die Straße, in ein kleines Wohngebiet. Eine einfache Fahrt in die Innenstadt dauert etwa 30 Minuten und kostet umgerechnet etwa 2,56 Euro. Die Währung Bosnien und Herzegowinas ist die konvertible Mark. 


UNTERKUNFT


Übernachtet haben wir im Hostel City Center Sarajevo. Für drei Nächte haben wir beide jeweils 15,50 Euro für ein gemischtes 5-Bett-Zimmer inklusive Frühstück gezahlt. Es ist also so unfassbar günstig, dass sich ein Studentenpärchen in dem Zimmer sogar dazu entschlossen hat, dort wirklich zu wohnen. Das Zimmer ist sauber gewesen und über das Badezimmer haben wir uns ebenfalls nicht beklagen können.


Das großzügige Frühstück ist super lecker gewesen und auch die Haushälterin hat uns unglaublich lieb empfangen und sogar Deutsch mit uns gesprochen. Außerdem kreiert sie tolle Schmuckstücke und schöne Schlüsselanhänger. Diese wundervolle Handarbeit legt sie dann morgens während der Frühstückszeit aus und für kleines Geld dürft ihr euch dann ein schönes Unikat aussuchen und unterstützt gleichzeitig diese entzückende Dame. 


SEHENSWÜRDIGKEITEN, CAFÉS, RESTAURANTS


Die Tage in Sarajevo haben wir trotz eisiger Kälte mit viel Sightseeing gefüllt. Unseren ersten Halt haben wir in der Bascarsija eingelegt, welche die Souvenir Straße Sarajevos ist. Dies ist im wahrsten Sinne des Wortes ein orientalisches Paradies für alle Aladdin Fans und die noch günstigere Variante zu Marrakesch. Von aufwendig handgefertigten (fliegenden) Teppichen, bunt verzierten Öllampen bis hin zu einzigartigen Wunderlampen, liest dir dieser Basar wohl jeden Wunsch von den Lippen ab. Hier findet ihr außerdem jede Menge Händler von Gewürzen, Goldschmuck und sehr gutem bosnischen Kaffee. Zusätzlich zum Kaffee ist ein typisches Souvenir aus Sarajevo ein Kaffeegedeck (Fildzani), welches ihr euch sogar gravieren lassen könnt. So wird euer Souvenir zu einem glanzvollen Einzelstück.


 
 

Wir empfehlen euch, immer in eurer Unterkunft nach Tipps für Restaurants, Cafés und Sehenswürdigkeiten zu fragen. Wir haben auch viele Tipps von unseren Zimmergenossen erhalten. Eine Frau aus Australien ist alleine durch Europa gereist. Sie hat ein Jahr zuvor ihren Job als Krankenschwester, sowie ihr Leben mit dem sie so unzufrieden war, aufgegeben. Sie hatte beschlossen, dass sie noch etwas von der Welt sehen wolle und reiste dann lange Zeit durch die Türkei. All das hat sie uns bei einem bosnischen Kaffee in dem kleinen Café Divan erzählt, welches versteckt in einer der vielen kleinen Gassen in der Nähe der Souvenir Straße von Sarajevo liegt.



Sie hat uns den Kaffee empfohlen und auch einen Souvenirladen, in welchem wir vor unserer Abreise noch jeder eine Tüte für unser eigenes Fildzani mitgenommen haben. Gegenüber vom Café befindet sich ein Geschäft, welches mit seinen Teppichen, Lampen und Möbeln wohl jedes orientalische Herz höher schlagen lässt. 


Von der Australierin haben wir auch von der kleinen Stadt Mostar erfahren. Bosnien ist noch immer stark durch seine Geschichte und den Bürgerkrieg geprägt. So auch diese Stadt, deren Wahrzeichen und Namensgeber die Brücke Stari most (deutsch: Alte Brücke) über dem Fluss Neretva ist. In der Stadt findet ihr viel Streetart, welche Überbleibsel wie Schusslöcher auf angemessene und kreative Weise in Szene setzt. Aus Zeitgründen haben wir es leider nicht mehr dorthin geschafft, empfehlen es euch aber sehr!


Auch in Sarajevo sind die Spuren des Bürgerkrieges der 1995 endete, noch sichtbar. Auf den Gehwegen findet ihr die sogenannten “Rosen”. Einschlagsspuren von Granaten wurden nicht ausgebessert, sondern mit rotem Harz ausgegossen. So wird gesagt, dass an jeder Rose ein Mensch gestorben sei. Nach dem Bürgerkrieg bildeten sich zudem viele Moscheen von deren Klängen wir am Morgen geweckt worden sind. Die Geschichte des Balkans ist jung, sehr interessant und lässt einen die Stadt mit ganz anderen Augen betrachten. 


Wir haben einen Amerikaner als Zimmergenossen gehabt, welcher im “Home Office” durch Europa gereist ist. Wir beide haben noch nie zuvor so ein interessantes Gespräch über das Leben in Amerika geführt und uns über die politische Situation und die Sichtweisen unserer Länder ausgetauscht. Dabei ist uns das Zeitgefühl verloren gegangen und bewusst geworden, wie viel Wissen wir uns auf Reisen aneignen können, wenn wir stets offen für solche faszinierenden Gespräche sind. Über dieses Gespräch denken wir bis heute noch oft nach.


1984 wurden in Sarajevo die olympischen Winterspiele ausgetragen, nur 10 Jahre vor der Belagerung durch die Serben. Noch heute könnt ihr die historische Bobbahn und die olympischen Ruinen besichtigen. Mit etwas Phantasie haben wir uns gut in die grausame Zeit und das Leid der Menschen zurück versetzen können. 




Ebenfalls sehenswert ist die osmanische Steinbogenbrücke namens Lateinerbrücke, welche über den Fluss Miljacka führt. Dieser wird aufgrund seiner rostroten Farbe auch “Roter Fluss” genannt. 


Schöner Fotospot vor der Steinbogenbrücke Most Gavrila Principa



In der Altstadt von Sarajevo befindet sich der Brunnen Sebilj, der gleichzeitig auch das Wahrzeichen von Sarajevo ist. Der orientalische Brunnen wird täglich von vielen Tauben besucht, die gefüttert werden dürfen und ist umgeben von vielen kleinen Cafés, Restaurants und Souvenirläden.




In der Ferhadija Straße Sarajevos findet ihr die ewige Flamme als Denkmal für die Opfer des Zweiten Weltkrieges. 



Das leckerste Essen haben wir bei Cindys Cousine gegessen, welche in Sarajevo lebt und die wir an einem Nachmittag bei ihr Zuhause besucht haben. Es ist etwas ganz Besonderes für Cindy gewesen, weil sie ihre Cousine das erste Mal dort besucht hat. Das typische Essen für Sarajevo sind Burek und Cevapcici. Diese findet ihr nahezu an jeder Ecke und sind super lecker. Hier können wir euch das Restaurant Čevabdžinica Zeljo empfehlen. Im gesamten osmanischen Viertel und der Altstadt findet ihr zudem zahlreiche Imbissbuden, in denen ihr für ein paar Euro großzügige Portionen bekommt.


DAS NON-PLUS-ULTRA


Der Basar mit seinen vielen kleinen Gassen hat uns am besten gefallen - denn wer absolut auf Orient steht, der sollte unbedingt durch die Bascarsija schlendern. Ein absolutes MUST HAVE, wenn ihr Sarajevo besucht, ist das Fildzani (Kaffeegedeck). Es ist bislang immer noch das schönste Souvenir in unserer gesamten Sammlung.


DIESE VOKABELN SOLLTET IHR AUF JEDEN FALL KÖNNEN


Hallo Halo

Entschuldigung Izvini

Bitte Molim

Ich würde gerne zahlen Ja bih da platim

Danke Hvala

Tschüss Cao

Prost! Zivjeli

Ich liebe dich Volim te



FAZIT & ERFAHRUNGSWERT


Sarajevo ist insgesamt eine sehr interessante Stadt, mit einem ganz besonderen Flair. Die kleinen Gassen, vielen Läden und der Geruch von Pfeife und Kaffee geben einem das Gefühl in einem orientalischen Paradies gelandet zu sein.


Liebst,








Next stop: Serbien, Belgrad

0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen