Louisas Travel Diary: Vom Au Pair Jahr zum Leben in Amerika


Instagram: louisajanssen


Louisa ist 23 Jahre alt und ist gebürtige Wilhelmshavenerin. Im Jahr 2015 ist sie nach ihrem Abitur für ein Au Pair Jahr nach Seattle gezogen. Am Ende des Jahres ist sie dort geblieben und studiert momentan Health Informatics and Health Information Management (HIHIM), also Gesundheitsinformatik und Gesundheits-Informations Management. In diesem Blogposts erzählt sie euch etwas mehr über ihr Leben in Amerika. 


C&K (Cindy und Kira): Wie und wo haben Kira und du euch kennengelernt?

Louisa: “Wir haben uns in der ersten Klasse in der Grundschule kennengelernt und sind dann zusammen auf das Gymnasium gegangen.” 


C&K: Wie bist du auf die Idee gekommen ein Au Pair Jahr zu machen? Wo hast du es gemacht und wie hat es dir gefallen? 


Louisa: “Ich wollte nach meinem Abitur gerne ein Jahr im Ausland verbringen und ich wusste von Anfang an, dass ich gerne in die Staaten wollte. Das Au Pair Programm war die einzige Möglichkeit, ein Jahr in einer amerikanischen Familie zu leben und somit die amerikanische Kultur und das Leben kennenzulernen, da es zum Beispiel kein Work and Travel in den USA gibt. Mit Kindern zu arbeiten hat mir auch schon immer gefallen, deswegen war es das perfekte Programm für mich.” 


C&K: Wie war die Vorbereitung? War es sehr aufwändig?

Louisa: “Die Vorbereitung war recht aufwändig. Ich musste mindestens 200 Stunden Arbeit oder Erfahrung mit Kindern vorweisen können, dies habe ich durch Babysitting und Praktika im Kindergarten absolviert. Dann musste ich ein Video drehen und einen Brief schreiben für die Gastfamilien. Diese Dinge sollen den Familien helfen, einen kurzen Einblick über mich und mein Leben zu bekommen. Daraufhin gab es ein Interview mit einer Vertreterin von meiner Agentur. Das Gespräch war auf Englisch und sie hat mir verschiedene Fragen zu meiner Person und meinen Erfahrungen mit Kindern gestellt. Ihr Bericht war auch Teil meines Profils auf welches die Gastfamilien Zugriff hatten. Danach musste ich verschiedene Dokumente hochladen, zum Beispiel Bilder, meinen Führerschein und mein Führungszeugnis.” 


C&K: Warum hast du dich für die USA entschieden? Würdest du das weiter empfehlen?


Louisa: “Ich wollte schon seit dem ich jung war mal in die USA. Ich glaube das kam einfach, weil ich sehr viele amerikanische Filme und sehr viel amerikanisches YouTube geschaut habe. Deswegen fiel es mir nicht schwer, die Entscheidung zu treffen. Ich würde es auf jeden Fall allen empfehlen, eine gewisse Zeit in den USA zu verbringen. Das Land ist sehr vielfältig und mein Leben als Au Pair war sehr aufregend. Ich habe tolle Erfahrungen gesammelt und Freundschaften geschlossen, die ein Leben lang halten werden.” 


C&K: Wie ist das Leben in Seattle/USA? Wie ist das College?


Louisa: “Da ich vorher nur in Wilhelmshaven gewohnt habe und in keiner anderen Großstadt, kann ich natürlich nur das Leben dort und das Leben in Seattle vergleichen. Ich finde, dass das Leben in Seattle schnelllebiger und teurer ist und das die Menschen hier gestresster sind. Lebensmittel, Wohnungskosten und generell Kosten, wie zum Beispiel Kinotickets, Kleidung und so weiter, sind teurer. Es gibt aber auch viel mehr Möglichkeiten was Berufe und auch das soziale Leben angeht. Aber im Allgemeinen ist mein Alltag nicht viel anders als in Deutschland. Ich treffe Freunde, gehe abends manchmal weg, gehe zur Uni und verbringe Zeit zu Hause.


Das College hat mich sehr an den Unterricht auf dem Gymnasium erinnert. Wir hatten kleine Klassenräume und normale Klassenarbeiten. In der Uni gab es eine Mischung aus Klassenräumen und großen Sälen. Der Unterricht war entweder im Klassenraum, online oder halb-halb. Ich hatte Kurse die sehr einfach, aber auch Kurse die sehr fordernd waren. Die vier Jahre bis zum Bachelor waren alle in Quarter aufgeteilt. Jedes Quarter hatte ich neue Kurse. Im College hatte ich verschiedene Kurse wie zum Beispiel Kommunikation, Biologie, Mathe, Soziologie. Diese gehören alle zur “general education”. Auf der Uni hatte ich dann Kurse, die zu meinem Programm, also HIHIM, gehörten.”


C&K: Was machst du momentan Ausland? Seit wann?


Louisa: “Ich studiere momentan um meinen Bachelor zu bekommen. 2016 habe ich mit meinem Studium begonnen. Von September 2016 bis Juni 2018 war ich am Bellevue College und dann von September 2018 Juni 2020 an der University of Washington.”


C&K: Wie lange wirst du bleiben?


Louisa: “Ich bin mir noch nicht sicher wie lange ich bleiben werde. Wahrscheinlich für die nächsten 5-10 Jahre.” 


C&K: Hast du einen Nebenjob - Was? Wie gefällt es dir? Was sind deine Aufgaben?


Louisa: “Ich habe leider keinen Nebenjob. Als internationale Studentin ist es sehr schwierig, einen Nebenjob zu bekommen, weil man nur an dem College oder dem Universitäts Campus arbeiten darf und diese Jobs meistens schon belegt sind.”

C&K: Wie sieht es mit deinen Zukunftsplänen aus? Was ist dein nächstes Ziel?


Louisa: “Ich warte im Moment auf meine Arbeitserlaubnis als Teil der Greencard. Sobald ich die habe, werde ich mich für Jobs im Bereich des Gesundheitsmanagement bewerben. In der Zukunft möchte ich auch gerne ein Coding-Bootcamp absolvieren und meinen Master machen.”


 
 

C&K: Wie sieht es mit der Finanzierung aus? Stipendium?


Louisa: “Ich habe das Glück, dass mein Mann und meine Familie mir finanziell weiterhelfen können.” 


C&K: Wie hast du Kontakte geknüpft und die Sprache gelernt?


Louisa: “Ich konnte durch das vorherige Au Pair sehr gute Kontakte knüpfen, da die Familien ihrer Freunde neue Au Pairs bekommen haben, mit denen ich mich dann angefreundet habe. Außerdem habe ich durch meinen Mann (damals Freund), sehr schnell Freunde gefunden und wurde von seinem Freundeskreis herzlich aufgenommen.


Die Sprache habe ich in der Schule schon recht gut gesprochen. Aber gerade das Au Pair-Sein  hat mir geholfen, sehr schnell flüssig Englisch zu sprechen. Einerseits durch das Sprechen mit den Kindern und andererseits, weil ich keine deutschsprachigen Freunde mehr in meinem direkten Umfeld hatte und somit gezwungen war, Englisch zu sprechen.


C&K: Was sind für dich die größten Vorteile im Ausland leben?


Louisa: “Die größten Vorteile sind, meiner Meinung nach, eine neue Sprache zu lernen, neue Freundschaften zu schließen, neue Kulturen kennenzulernen und das Land in einer Art kennenzulernen, in der man es als Tourist nicht könnte.”  


C&K: Hast du auch schlechte Erfahrungen gemacht? Was vermisst du am meisten?


Louisa: “In Seattle gibt es den Ausdruck “Seattle Freeze”. Die Menschen hier sind sehr freundlich, aber auch sehr distanziert und bleiben meistens in ihrem engeren Kreis. Deswegen kann es schwierig sein, Freunde zu finden, vor allem wenn man neu in der Gegend ist. Ich habe zum Beispiel schon mehrmals die Erfahrung gemacht, dass man sich mit Leuten treffen möchte, aber nie eine Antwort bekommt.


Am meisten vermisse ich meine Familie und meine Freunde in Deutschland. Ich vermisse das deutsche Essen auch sehr und generell einfach Deutschland. Vor allem aber auch die deutsche Pünktlichkeit.”   


C&K: Welche Orte hast du schon in den USA besucht? Hast du Empfehlungen?


Louisa: “Ich habe viele Orte in Kalifornien, Washington und Oregon gesehen. Dann noch Las Vegas und New York. Am meisten kann ich die Nationalparks empfehlen. Die Natur hier ist wunderschön und sehr vielfältig. San Francisco finde ich auch sehr sehenswert.”


C&K: Nutzt du die Zeit viel um auch andere Länder zu sehen?


Louisa: “Bisher habe ich Mexiko und Kanada gesehen. Es ist schwieriger als in Europa, neue Länder zu sehen, da zum Beispiel ein Flug an die Ostküste schon sechs Stunden dauert und man sich trotzdem immer noch im gleichen Land befindet.”


C&K: Was bedeutet Reisen für dich?


Louisa: “Reisen bedeutet für mich neue Kulturen kennenzulernen und den Horizont zu erweitern.”


C&K: Danke, für das tolle Interview und deine Zeit!







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