Magisches Tarnovo: Erlebe bulgarische Geschichte hautnah

“Desto weiter ich reise, desto näher komme ich an mich heran.” 

- Andrew McCarthy

 
 

ERSTER EINDRUCK

Ende Oktober sind wir mit dem ESN (Erasmus Student Network Sofia) für ein Wochenende in die wunderschöne Stadt Veliko Tarnovo mitten im Herzen Bulgariens gefahren. Mit dem Bus ging es mit mehreren Zwischenstopps durch die Landschaft Bulgariens. 


Den ersten Stopp haben wir im Landesinneren, umgeben von Bergen gemacht. Hier haben wir die russische Gedächtniskirche in der Stadt Shipka besichtigt. Die orthodoxe Glaubensrichtung ist in Bulgarien am weitesten verbreitet. Die Kirche gilt in Bulgarien als Bewahrerin der Nationalgeschichte und zeigt sich in Form von eindrucksvollen Kirchen, Kathedralen und Klöstern.



Anschließend sind wir weiter durch die Berge gefahren, bis wir schließlich beim riesigen Shipka Monument angekommen sind. Seinen Namen verdankt es dem gleichnamigen Gebirgspass. 


Insider Roulette: Bis zu dem Monument sind es 1000 Stufen. Also die Wasserflasche nicht vergessen und den Atem gut einteilen. ;-)


Der letzte Stopp auf dem Weg nach Tarnovo ist der Wasserfall Krushunskiye gewesen. Der Hauptwasserfall ist 20 Meter hoch und bahnt sich danach in Form von mehreren kleinen Wasserfällen seinen Weg durch die Kalkfelsen. Dieser führt über Treppen und kleine Brücken entlang von Kaskaden, Felsen und Pools. Mit seinem glasklaren, hellblauen Wasser inmitten des umliegenden Waldes ist er wirklich sehenswert.




Als es dann im Anschluss nach Tarnovo gegangen ist, sind wir bereits um einige Eindrücke reicher gewesen.   



UNTERKUNFT


Wir sind mit dem ESN unterwegs gewesen und mussten uns daher nicht selbst um eine Unterkunft kümmern. In Tarnovo angekommen, sind wir es erst einmal in die Unterkunft gegangen. Übernachtet haben wir alle, über die ganze Stadt verteilt, in kleinen Hotels und AirBnBs. Die Unterbringungen sind demnach alle verschieden und gerecht aufgeteilt gewesen. Hatte eine Unterkunft eine schöne Aussicht, ist eine andere im Gegenzug mit einer kleinen Küche ausgestattet gewesen. In den Unterkünften haben wir mit vier bis sechs Personen gelebt. Entsprechend findet ihr in Tarnovo viele schöne Unterkünfte. 

SEHENSWÜRDIGKEITEN, CAFÉS, RESTAURANTS


Am ersten Abend haben wir erst einmal alte Bekannte getroffen. Nur wenige Wochen vorher hatten wir in Varna die dortigen Erasmus Studenten kennengelernt. In Tarnovo haben sich dann die Studierenden aus Plovdiv, Varna und Sofia getroffen und hatten die Möglichkeit sich auszutauschen und kennenzulernen.


Am ersten Tag sind wir erst einmal zum Sightseeing gegangen und haben eine Führung bekommen. Die Stadt Tarnovo liegt an den steilen Nordhängen des Balkangebirges am Fluss Jantra, welcher eine Tiefe Schlucht entstehen ließ. Zur Zeit des Mittelalters war Tarnovo die Hauptstadt des bulgarischen Reiches. Den Namen der Stadt, welcher so viel wie “ruhmreiches Tarnovo” bedeutet, haben wir beide am Ende unseres Wochenendes als sehr passend befunden. 


Das Wahrzeichen der Stadt ist der Festungskomplex Tsarevets aus dem Mittelalter. Auf dem gleichnamigen Hügel wurden Kirchen, Klöster, Häuser, Paläste und Mauern freigelegt. Früher hat die Festung als wichtigste Burg des bulgarischen Reiches fungiert, welche nur über eine Zugbrücke erreicht werden kann. Umgeben ist die Festung von einer imposanten, zehn Meter hohen, vier Meter breiten und einer kilometerlangen Mauer, welche durch Wehrtürme verstärkt ist.


 
 

Am Abend des ersten Tages hat eine beeindruckende Lichtershow stattgefunden. Erzählt wird eine dramatische Geschichte, welche mit Musik und Soundeffekten unterlegt ist, während Scheinwerfer die Festung in die buntesten Farben tauchen. Die Geschichte wird zwar auf bulgarisch erzählt, aber alle sind von der Stimmung völlig gefesselt gewesen. 


Die Festung Tsarevets bei Nacht

Insgesamt hat Tarnovo uns mit den vielen kleinen Gassen, Geschäften und alten Mauern ein bisschen an ein mittelalterliches Dorf erinnert. Hier findet ihr wunderschöne handgefertigte Tassen oder auch Souvenirs.



Durch den Trip nach Tarnovo hat sich das Sprichwort “Klein ist die Welt” noch einmal bestätigt. Während wir dort gewesen sind, hat uns ein Freund aus Deutschland angeschrieben, welcher gerade Verwandte in Bulgarien, nahe Tarnovos besucht hat. So haben wir uns in einem kleinen Restaurant, mitten in Bulgarien, “mal eben” auf Pasta und Pizza getroffen. 



Apropos Essen. Empfohlen hat uns ein Bekannter das Restaurant Shtastliveca, mit Ausblick über die ganze Stadt, sowie das Hadji Nikoli Inn Restaurant, dessen authentische Ambiente im Innenhof sich am besten bei einer Flasche bulgarischen Wein genießen lässt. Wer es noch osteuropäischer mag, wird im Pub Malkia Inter fündig. Hier findet ihr eine fast schon kitschige Atmosphäre. Cafés findet ihr übrigens an jeder Ecke. Die Preise von Cafés und Restaurants sind - wie in Bulgarien üblich - niedrig. Jedoch ist Tarnovo eine touristische Stadt und hat daher auch teurere Lokalitäten. 





Auf dem Rückweg von Tarnovo haben wir noch einen letzten Stopp in der großen Karsthöhle Devetàshka eingelegt. Diese Windhöhle liegt in der Nähe des Dorfes Devetaki am Ostufer des Flusses Osam und ist wirklich beeindruckend. Über einen Schotterweg gelangt ihr vom kleinen Parkplatz zum Eingang der Höhle. Alleine dieser ist mit etwa 30 Metern Höhe sehr beeindruckend. Innen erstreckt sich die Höhle mit einer Höhe von bis zu 100 Metern. Durch sieben große Öffnungen in der Decke fällt ausreichend Licht in die zentrale Halle. In der hinteren Region der Höhle leben tausende Fledermäuse und wird entsprechend von den Behörden geschützt. 






DAS NON-PLUS-ULTRA


Ein absolutes Highlight ist für uns die Festung und die damit verbundene Lichtershow. Aber vor allem sind uns die Erinnerungen an ein ganz besonderes Halloween geblieben. Am zweiten Abend hat eine Halloween - Schnitzeljagd durch die ganze Stadt stattgefunden. Wir sind alle in Gruppen aufgeteilt worden und haben einen Zettel mit mehreren Stationen, die wir ablaufen sollten, bekommen. An jeder Station haben wir Aufgaben erfüllt. Die Studenten an den Stationen sind wie bekannte Figuren aus Horrorfilmen verkleidet gewesen. Flair, Stimmung und Unternehmungen haben perfekt zueinander gepasst, sodass wir das Gefühl hatten, wir sind in einen (Horror)-Film gefallen. Auch die alltäglichen ESN Partys haben jede für sich ein Highlight dargestellt.


FAZIT & ERFAHRUNGSWERT


Wer altbulgarische Geschichte hautnah erleben möchte, sollte sich Tarnovo auf gar keinen Fall entgehen lassen! Die Stadt, mit ihrem altertümlichen Flair, hat uns absolut in ihren Bann gezogen und ist nach Sofia unsere Lieblingsstadt in Bulgarien.


Liebst,



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