Über Varna und die Liebe zum Schwarzmeer

"Man gehört dahin, wohin man sich sehnt."

- Robert Walser



 
 

ERSTER EINDRUCK

Einmal an die Küste Bulgariens. Dieses Ziel ist uns schon bei der Wahl unseres Landes für unser Erasmus klar gewesen. Wer möchte nicht einmal an den Gold- oder Sonnenstrand? Im Erasmus lernt man spontan zu sein, wenn es ums Reisen geht. Aus (SCHNAPS)-Ideen auf Partys sind oft konkrete Reisepläne geworden. Auf diese Weise ist unser viertägiger Wochenendtrip an der Küste entstanden. Mit einer gemeinsamen Freundin haben wir uns dann für die Hafenstadt Varna, direkt am schwarzen Meer entschieden. Varana (alternativ: Warna) ist die drittgrößte Stadt Bulgariens. Die Stadt hat nach Burgas den zweitgrößten Hafen des Landes und entwickelt sich besonders im Sommer zu einem Zentrum für Tourismus. International ist Varana vor allem für seine Festivals bekannt. Zudem befand sich dort die erste Endstation des Orient Expresses.  


UNTERKUNFT


Mit dem Bus sind wir für 16 Euro von Sofia aus, innerhalb von sechs Stunden, direkt nach Varna gefahren. Die Busse zwischen Sofia und Varna fahren sehr regelmäßig und sind wirklich preiswert. Varna verfügt aber auch über einen eigenen Flughafen. Dort angekommen sind wir mit dem Taxi zu unserem Hostel gefahren. Taxi fahren ist - wie wir in unserem Sofia Blogpost bereits erwähnt haben - sehr günstig. Dabei solltet ihr euch jedoch in Verhandlungskünsten üben, um nicht zu viel zu zahlen. 


Übernachtet haben wir im Avocado Hostel für 21,48 Euro pro Nacht für drei Personen in einem gemischten 4-Bett-Zimmer. Insgesamt haben wir unschlagbare 64,44 Euro pro Person für drei Nächte bezahlt. Die Lage ist super zentral und die Sauberkeit auch vollkommen in Ordnung für den Preis. Nur die Duschen sind etwas gewöhnungsbedürftig. Das Hostel ist daher eher für Backpacker geeignet als für einen Familienausflug. Seit diesem Stopp stehen die FlipFlops übrigens immer ganz oben auf der Packliste für einen Hostelbesuch. ;-) 

In der Nähe des beliebten Goldstrands wird jeder fündig, der ein Hotel bevorzugt. Von All Inclusive Paketen bis hin zu kleinen Hotelanlagen ist für jeden etwas dabei. Auch in der Hochsaison findet sich eine Unterkunft in einer weniger überfüllten Lage. Allgemein wird dort das Bild jedoch vorwiegend vom Massentourismus dominiert, vergleichbar mit Städten wie Cala Ratjada auf Mallorca.


SEHENSWÜRDIGKEITEN, CAFÉS, RESTAURANTS


Eigentlich ist unser Ziel der Goldstrand gewesen. Hier zeigt sich allerdings, dass es Sinn macht, sich vorher zu erkundigen. Denn wie wir im Nachhinein feststellen mussten, sind wir nie dort gewesen. Nahe Varnas Stadtkern finden sich nämlich der Rappongi- und Varna Beach. Hier findet ihr Bars, Restaurants sowie Festivals und Partys im Überfluss und die Strandpromenaden sind besonders im Sommer Tag-und Nacht belebt. Varna veranstaltet übrigens jedes Jahr etwa 20 große Festivals. Die Strände von Varna sind ideal für alle, die für weniger Geld viel geboten bekommen möchten. Dort haben wir auch im Herbst einige offene Bars gefunden. Obwohl wir Mitte Oktober dort gewesen sind, hatten wir schönstes Wetter und konnten daher unsere Getränke an der Strandbar genießen. Wir sind sogar trotz Kälte kurz “schwimmen” gegangen. Unser stetiger Begleiter ist übrigens ein Straßenhund gewesen, der uns scheinbar sehr mochte. 


Varna wird häufig auf der Durchreise ins Umland besucht, welches das Hauptziel vieler Touristen ist. Weitläufige Sandstrände, wie auch der Goldstrand mit seinem goldenen Sand, sind hier zu finden. Auch Windsurfer können sich über ideale Bedingungen freuen. Nicht zu verwechseln ist der Goldstrand mit dem Sonnenstrand, welcher sich in der Nähe von Burgas befindet. Einheimische bevorzugen fern vom Massentourismus weniger bekannte Strände, wie den Trakata Beach oder den Aspurohovo Beach. 


Im Zentrum der Stadt befindet sich Varnas einladender Stadtpark Primorski Park, welcher sich perfekt zum Entspannen eignet. Der Park ist aufwendig bepflanzt und lädt mit seinen großzügigen Grünflächen zum Verweilen ein. Er liegt auf einer erhöhten Terrasse, von der aus ihr einen wunderschönen Blick über die Küste habt. 


Die 2.600 Jahre alte Stadt blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. In der Antike hatte die Stadt noch den Namen Odessos. Im Stadtzentrum findet ihr die römischen Thermen aus dem zweiten Jahrhundert, welche mit einer Fläche von 7.000m² die größten auf der Balkaninsel sind. Das Architekturdenkmal war bis zum Ende des dritten Jahrhunderts ein wichtiger Teil des sozialen und gesellschaftlichen Lebens von Odessos. Der Eintritt kostet für Erwachsene etwa 2,50 Euro und für Schüler etwa einen Euro. Für eine Führung durch die Thermen zahlt ihr umgerechnet 15 Euro (Pauschalpreis).


In Varna befindet sich außerdem das Archäologischen Museum, in welchem der älteste Goldschatz der Welt aufbewahrt wird. Die Eintrittspreise liegen für Erwachsene bei 5 Euro und für Kinder, Schüler, Studenten und Rentner bei einem Euro.


Wie überall in Bulgarien eignet sich auch Varna ideal zum Shoppen. Die Grand Mall ist das größte Einkaufszentrum Bulgariens und bietet auf einer Verkaufsfläche von 50.000 m2 eine Vielzahl bekannter Marken unter einem Dach. Dort sind wir zum ersten Mal in einem bulgarischen Kino gewesen. Mit 5 Euro Eintritt inklusive Nachos und einem Getränk war es unser günstigster Kinobesuch überhaupt. So haben uns Lady Gaga und Bradley Cooper in “A Star Is Born” auf der Leinwand zu Tränen gerührt. In Bulgarien wird übrigens nichts ins Bulgarische synchronisiert, weshalb Englischkenntnisse von Vorteil sind. 


Ebenfalls vertraut waren uns die bulgarischen Restaurantketten Happy und Sasa. Im Happy haben wir unseren All-Time-Favorite, den Crispy Burger, gegessen. Im Sasa sind wir zu dritt mit sechs verschiedenen kleinen Sushi-Platten mit je vier Rolls gut bedient gewesen. 


DAS NON-PLUS-ULTRA


Unser Highlight war definitiv der Strand, auch wenn es nicht der Richtige war. ;-) Da wir so unglaublich schönes Wetter hatten, konnten wir mit einem Cider (bulgarischer Apfelwein) in der Sonne am Strand entspannen. Besonders ist für uns auch eine Erasmus Party gewesen, auf der wir einige Erasmusstudenten aus Varna kennenlernten haben. Diese haben wir bereits wenige Wochen später in Tarnovo wieder getroffen.  


FAZIT & ERFAHRUNGSWERT


Varna verbindet wunderschöne Landschaften mit Kultur und eignet sich perfekt, um den altbulgarischen Zeitgeist zu erleben.


Liebst,


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