Balkan-Urlaub am magischen Ohridsee: Lasst euch durch die verwinkelten Gassen der Altstadt führen

Last stop: Albanien, Tirana


Mazedonien,Ohrid - Zeitraum: 16.02.2019-19.02.2019


“Reisen ist eine Droge – man wird aber nicht süchtig auf das Reisen, sondern auf den Zustand, in den sie einen versetzt und die Gefühle, die man dabei erlebt.” 

- Klaus Fitz 




ERSTER EINDRUCK


Dass wir in die kleine nordmazadonische Stadt Ohrid fahren, haben wir in unserer ursprüngliche Planung nicht inbegriffen gehabt. Wir haben zwar davon gelesen, dennoch haben wir uns auf die Hauptstädte der Länder fokussiert. Niemals haben wir erwartet, hier unseren Happy Place zu finden. Wir hätten zu viele Tage in Skopje, der Hauptstadt Nordmazedoniens gehabt. Daher haben wir in Tirana kurzfristig beschlossen, doch noch einen Zwischenstopp in Ohrid einzulegen. Es fährt nur ein Bus nach Ohrid. Tickets könnt ihr am Busbahnhof von Tirana für gerade einmal 10 Euro ergattern.


Die Fahrt dorthin ist etwas abenteuerlich. Zunächst sind wir bis an die Grenze gefahren und dann tatsächlich, wie in einem schlechten Film, in eine Drogenkontrolle geraten. Wir sind alle aus dem Bus ausgestiegen und haben an der Seite gewartet, während Polizisten mit Spürhunden den kleinen Bus von allen Seiten inspiziert haben. So eine Kontrolle ist nicht schlimm, aber dennoch etwas befremdlich. Nachdem alle Koffer, Rucksäcke und Handtaschen durchsucht worden sind, haben wir unsere Fahrt fortgesetzt. Wichtig, wenn ihr von Tirana nach Ohrid möchtet: Der Bus hält lediglich einige Kilometer vor der Stadt. Dort werdet ihr rausgelassen und müsst schauen, wie ihr am besten weiter kommt. Ihr gelangt von dort mit einem Bus in die Stadt. Da wir die Bushaltestelle beim besten Willen nicht gefunden haben, sind wir dann doch mit dem Taxi gefahren. Der Fahrer hat schon förmlich auf den Bus und das Ende unserer Suche gewartet. Nach einer kurzen Verhandlung hat uns der Fahrer für 5 Euro bis zu unserer Unterkunft gebracht. Die Währung in Nordmazedonien ist der Mazedonische Denar. 


UNTERKUNFT


Wir haben uns zuvor in Tirana auf die Suche nach einem AirBnB begeben. Dieses hat sich bei der Ankunft als ein wunderschönes 4-Sterne Hotel entpuppt, für das wir unfassbare 26 Euro pro Person gezahlt haben. Das Personal hat uns auf Deutsch in Empfang genommen und der erste Eindruck hat uns völlig überwältigt. Das Zimmer hat sich als schöner erwiesen, als auf den Bildern beschrieben und auch unser eigenes Bad ist groß, mit einer luxuriösen Regendusche ausgestattet gewesen. In der Hochsaison können Besucher des Hotels den Pool mit Blick auf den Ohridsee genießen und Frühstück könnt ihr ebenfalls hinzubuchen. Dieses Hotel wird mit Sicherheit bei unserem nächsten Ohrid-Besuch erneut unsere Unterkunft sein.


SEHENSWÜRDIGKEITEN, CAFÉS, RESTAURANTS


Ohrid liegt unweit der albanischen Grenze, an dem mehrere Millionen alten, gleichnamigen Ohridsee. Dieser gilt als einer der klarsten Seen Europas, sodass ihr auch vom Boot noch den Boden sehen könnt. Der See und die Umgebung sind ein UNESCO-Welterbe und das zu recht. Die Stadt hat uns sofort begeistert. Vom Hotel, welches übrigens eine willkommene Abwechslung zu den Hostels gewesen ist, sind wir direkt zum See gelaufen. Dort findet ihr eine wunderschöne und lange Promenade, welche sich perfekt zum Flanieren eignet. Ein Restaurant reiht sich an das nächste und überall stehen Palmen. Wegen des traumhaften Wetters, haben wir schnell vergessen, dass es Februar ist. 




An der Promenade findet ihr vor allem im Sommer viele Boote. Im Winter sind es nur wenige, welche leider während unserem Aufenthalt keine Fahrten angeboten haben. Von der Promenade könnt ihr normalerweise eine Bootstour machen. Diese führt über das strahlend blaue Wasser, bis zur Mitte des Sees oder auch zu den Quellen und dem Kloster Sveti Naums, fast auf der anderen Seite. Die Preise beginnen ca. ab 7 Euro und variieren von Boot zu Boot - verhandeln ist erlaubt. In der Hauptsaison eignet sich dafür der Vormittag am besten, um ungestört die Natur genießen zu können. 


Unserer Meinung nach ist es ein absolutes Muss, einmal nach Sveti Naum zu fahren. An Land könnt ihr euch die große Anlage des Klosters Sveti Naum anschauen oder einfach an dem schönen Strand entlang spazieren. Absolutes Highlight sind jedoch die zugehörigen Quellen, welche ihr nur wenige Meter vom See entfernt findet. Diese sehen zunächst einmal aus wie ein See mit glasklarem Wasser, sind aber Quellen, welche den Ohridsee mit Frischwasser versorgen. Die Quelle bei Sveti Naum ist die Wichtigste. An einer Stelle ist zu sehen, wie das Wasser wie ein kleiner Wasserfall im See mündet. So etwas haben wir noch nie gesehen. Gerne hätten wir uns hier ein Boot geliehen, doch leider ist auch dieser Bootssteg geschlossen gewesen. Das Wasser der Quellen ist an der tiefsten Stellen etwa vier Meter tief und selbst an diesen, ist der Grund bestens sichtbar. Von den grünen Algen bis zum kleinsten Stein - ihr seht einfach jedes Detail auf dem grün-leuchtenden Grund.


 
 

Der Naturschutz wird hier übrigens groß geschrieben. So ist Schwimmen, Tauchen und Angeln verboten und in den natürlichen Lebensraum darf nicht eingegriffen werden. Wer möchte, kann dort übrigens auch eine Nacht in den alten Gemäuern des Klosters verbringen. Zudem findet ihr viele kleine Souvenirshops und Cafés. Auf einer Mauer zum See hin, haben wir bestimmt eine Stunde gesessen und konnten uns an dem glasklaren Wasser des Sees und den schneebedeckten Bergen drum herum, einfach nicht satt sehen.





Falls ihr nicht mit dem Boot fahren wollt, könnt ihr auch einfach ein Taxi nehmen. Wir haben einen super lieben Taxifahrer gefunden, welcher auf der Strecke zum Kloster von Sveti Naum immer wieder angehalten hat, damit wir die unglaubliche Natur genießen und Fotos schießen konnten. Dazu haben wir mit ihm eine Uhrzeit vereinbart, zu der er extra aus der Stadt wieder zurück gefahren ist, um uns abzuholen. Dafür haben wir gemeinsam gerade einmal 10 Euro gezahlt. 


Übrigens: Die Straße unserer Wohnung in Bulgarien hat den gleichen Namen, wie das Kloster Sveti Naum gehabt.


Wenn ihr gemütlich durch die Gassen der Altstadt von Ohrid schlendern und gleichzeitig die schönsten Sehenswürdigkeiten abklappern wollt, ist diese von uns abgelaufene Route wohl die Geeignetste für euch. Ihr könnt so, ganz ohne Zeitdruck, die meisten Sehenswürdigkeiten an einem Tag sehen.




1. Sophienkirche 

Angefangen haben wir mit der Sophienkirche, die inmitten der Altstadt liegt. Sie wurde zwischen 1037 und 1057 erbaut und ist eine orthodoxe Kirche. Es wird gesagt, dass sie eine von geschätzten 365 Kirchen in Ohrid ist.






2. Das Amphitheater

Von der Sophienkirche geht es ein wenig weiter bergauf zum antiken Amphitheater. Das Theater ist ein einzigartiges Überbleibsel der alten byzantinischen Stadt Lychnidos und wird noch heute für verschiedene Veranstaltungen genutzt.




3. Samuels Festung

Unser nächstes Ziel ist die beeindrucke Samuels Festung, welche über ganz Ohrid thront. Diese Festung ist einer der schönsten, die wir während unserer Reise gesehen haben. Von dieser habt ihr einen unglaublichen Blick auf den Ohridsee und die umliegenden Berge. Das Betreten der Festung kostet umgerechnet einen Euro, für Studenten sogar nur 0,30 Euro.



4. Plaošnik

Wenn ihr die Festung ein Stück weiter runter lauft, findet ihr gleich neben der Kirche Sveti Kliment i Pantelejmon die Ausgrabungsstätte Plaošnik. Hier haben wir eine Parallele zu Sofia ziehen können, denn in der Ausgrabungsstätte befindet sich das heilige Grab von St. Kliment Ohridski.



Die Universität an der wir in Sofia studiert haben, wurde nach diesem Gelehrten benannt. In der Stätte könnt ihr euch die Überreste von den Griechen und Römern aus der Bronzezeit anschauen und das für umgerechnet 1,60 Euro oder 0,50 Euro für Studenten.


5. Sveti Jovan Kaneo

Die Kirche Sveti Jovan Kaneo am Rande des kleinen Fischerdorfes, ist für uns wohl die schönste Sehenswürdigkeit und gleichzeitig auch einer der besten Fotospots in Ohrid. Die eindrucksvolle Kirche steht auf einem Felsvorsprung und gleicht im Ganzen einem magisch-verwunschenen Ort mit dem tiefblauen See und seinen hohen Bergen im Hintergrund.


6. Fischerdorf Kaneo  

Auf dem Rückweg der Tour bietet es sich an, durch das Fischerdorf Kaneo direkt am See zu spazieren, um wieder zurück zur Promenade zu gelangen. Hierbei handelt es sich um einen kleinen Bereich, welcher durch sein uriges Aussehen und die kleinen, verwinkelten Gassen besticht. Überall stehen kleine, bunte Boote herum und sorgen für ein ganz besonderes Flair. Die Restaurants liegen direkt am See und bieten vor allem eines - Fisch. Bei schönstem Wetter könnt ihr euch hier aber auch einfach mit einem Kaffee auf eine Liege ans Wasser setzen und die Aussicht und Ruhe genießen.




Die Old Bazar Street lädt mit ihren vielen kleinen Boutiquen und Souvenir Läden zum Bummeln ein. Auf der Meile findet ihr viele kleine Boutiquen, welche hochwertige Blusen im Stil von Zara verkaufen. Außerdem könnt ihr außergewöhnliche, handgefertigte Souvenirs kaufen. Die Armbänder, welche ihr auf dem Bild seht, konnten wir vollständig selbst gestalten. Trotz vielen geschlossenen Geschäften in der Nebensaison, hat es uns an Nichts gefehlt. 

 
 

Wenn ihr durch die Straßen Ohrids lauft, begegnet ihr vielen Straßenhunden, die alle beisammen super süß sind. Vor allem ein Hund der Rasse Shar-Pei hat es uns angetan, denn dieser hat uns vor Freude schwanzwedelnd, jeden Morgen auf dem Weg zu unserem Lieblingscafé Fruit Box, begrüßt. Dort haben wir uns immer eine Portion Vitamine in Form eines Smoothies abgeholt, die wirklich unverschämt gut geschmeckt haben. Dazu haben wir uns jeden Morgen mazedonischen Börek von der Zhito Leb Bäckerei am Boulevard gegönnt, welche bei den Einheimischen hoch angesehen ist.




Leckeres Obst mit Nutella oder ausgefallene Getränke findet ihr im Shilla, direkt in der kleinen Einkaufsstraße. Hier könnt ihr auf der Dachterrasse sitzen und die Shopping-Lustigen beim Flanieren beobachten.


An Restaurants können wir die moderne Liquid Boutique Bar & Kitchen empfehlen. Das Essen hier ist super lecker und die Portionen wirklich riesig. Allerdings ist es auch etwas preiswerter als andere Restaurants.



Im Tino Hotel Restaurant kann eigentlich jeder essen, wenn Plätze frei sind, ansonsten ist das Restaurant nur für Hotelgäste reserviert. Hier haben wir für wenig Geld hervorragendes Antipasti gegessen. Hier stimmt ganz klar das Preis-Leistungs-Verhältnis.



DAS NON-PLUS-ULTRA


Dafür, dass Ohrid mehr oder weniger zufällig auf unserer Route gelandet ist, hat es einen bleibenden Eindruck bei uns hinterlassen. Wir verbinden damit einen Ort der Ruhe und Entspannung, unglaublich faszinierende Natur und beispiellose Gastfreundschaft. Kurz - Ein Happy Place, den ihr unbedingt kennenlernen solltet. 




FAZIT & ERFAHRUNGSWERT


Die Stadt hatte einen besonderen Flair. Vor allem hat uns die Stadt, welche irgendwo zwischen hohen Bergen an der Grenze zu Albanien liegt, das Gefühl gegeben, vollkommen abgeschnitten von der Welt zu sein. Alleine dieser Gedanke hat uns total zur Ruhe kommen lassen. Wir werden das malerische Ohrid auf jeden Fall nochmal besuchen, da wir uns in diese magische Stadt verliebt haben.


Liebst,








Next stop: Mazedonien, Skopje



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